Kulturinitiative Alte Johanniskirche e.V.
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Pressestimmen

Lesen Sie, was die Presse über den Wallufer Sommer schreibt.
Bei der Presse bedanken wir uns herzlich für die regelmäßige Berichterstattung.

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Wallufer Weinkönigin ermordet aufgefunden
Der Wallufer Sommer 2010 startete mit einem Improvisationstheater in seine 11. Saison

Walluf. (mh) - Mit "MordART. Tatort Walluf - ein improvisierter Krimi zum Mitmachen" von und mit dem Ensemble "Für Garderobe keine Haftung" ist der Wallufer Sommer der Kulturinitiative Alte Johanniskirche am vergangenen Samstag bravourös in seine 11. Saison gestartet. Mit rund 200 Besuchern war die erste von insgesamt vier Veranstaltungen ausverkauft. Bevor die erwartungsfrohen Besucher den Mord und die gründliche Aufklärung des Falles detailliert miterleben konnten, hatte sie das "BBQ BlechBläserQuintett" der Rheinhessischen Bläserphilharmonie klangvoll auf das Improvisationstheater eingestimmt. Die Musiker Annegret Hamm und Daniel Klocker (Trompete) sowie Mathias Stauder (Posaune) und Michael Palmen (Tuba) hatten auch die kleine Krimi-Pause musikalisch überbrückt und sich nach dem Ende der Vorstellung mit einige Kostproben als beeindruckend harmonischer Klangkörper verabschiedet. Auch das Organisationsteam hatte die Besucher auf dem Krimi-Abend eingestimmt, denn die Tische waren mit Blut-Fruchtsaft, Pistolen und Fußspuren dekoriert.  "Wir sind unserer Zeit weit voraus und haben drei Abende des Wallufer Sommers 2011 bereits schon mit Vertrag gebucht", machte Erster Vorsitzender seinen kleinen Versprecher bei der Begrüßung der Gäste umgehend wieder wett. Wenn anschließend Bürgermeister Manfred Kohl die Bühne betrete, erwarte er von ihm mit Blick auf das heutige Veranstaltungsthema Antworten für die Bürger insbesondere zu drei Fragen: "Erstens, wie gefährlich ist es, in der Gemeinde Walluf zu leben? Zweitens, sind wir hier im Johannisfeld in einem sozialen Brennpunkt und Drittens, kommen wir im Dunkeln ohne Angst nach Hause?" Bevor Kohl die gestellten Fragen beantwortete, hieß er die Besucher zum 11. Wallufer Sommer bei schönen sommerlichen Temperaturen herzlich willkommen. Er sei sehr froh darüber, daß die Veranstaltung trotz unbestimmter Wettervorhersagen im Freien stattfinden könne. Wer den Blick nach links werfe, schaue auf "unseren Hochsicherheitstrakt", sprich den Bauzaun, der bereits einige Zeit dort stehe. Insofern sei das Johannisfeld ein geeigneter Platz, um mögliche Täter festzusetzen und sie anschließend ihrer weiteren Verwendung zuzuführen. Um den Rahmen für den Krimi festlegen zu können, hatte Frederik Malsy als Moderator zunächst das Publikum um Gestaltungsvorschläge gebeten. Ergebnis der Umfrage war, daß der Mord nicht am Weinstand oder in der Seniorenresidenz passieren, sondern im Winzermilieu stattfinden soll. Tatort sollte die Johanniskirchenruine sein. Als Mordzeit legte sich das Publikum auf drei Uhr in der Nacht fest. Mordopfer sollte Antje Mrozik in der Rolle der Wallufer Weinkönigin "Silvia" sein. In einer weiteren Rolle führte sie die Ermittlung als in Walluf stationierte Oberkommissarin Rebecca Schmitt. Mordverdächtige waren neben Frederic Malsy als "Horst" auch Silke Siegel als "Marianne" "und Steffi Pekreit als "Cynthia". Thorsten Knoll am Keyboard sorgte für die jeweils situationsbezogene musikalische Untermalung der Szenen. "Horst", hatten die Zuschauer die Rolle eines Karnevalprinzen und Angebers in Walluf zuerkannt, "der nur winken und saufen kann". Weinkönigin "Silvia" sollte sich als arbeitsscheu und trinkfest präsentieren. "Cynthia", hauptberuflich eine Grundschullehrerin und ehrenamtliche Aktive bei der Feuerwehr statteten die Zuschauer mit einem kleinen Sprachfehler aus, denn sie mußte "lispeln". Sportlerin "Marianne" suchte beim Teakwondo und Pilates ständig, ihre inneren Spannungen ins Gleichgewicht zu bringen. Nachdem die Zuschauer sich auch aus einer auf den Tischen ausgelegten Auswahl an Mordutensilien für einen Baseballschläger, einen Pömpel und Katzenfutterbonbons entschieden hatten und es muksmäuschenstill geworden war, zerriß urplötzlich ein schriller Todesschrei die nächtliche Ruhe und die Weinkönigin sank still zu Boden. Damit war endgültig der Startschuß frei für einen ebenso spannenden als auch erheiternden Krimi, in deren Verlauf sich die Zuschauer köstlich amüsierten und immer wieder Szenenapplaus spendeten. Daß in der Aufführung nichts im Voraus geplant war und es sich daher um kein einstudiertes Stück, sondern um improvisierte Szenen handelte, die von den Schauspielern ad hoc entwickelt wurden, war im Verlaufe der Darstellungen kaum zu erkennen. Die talentierten und spielfreudigen Akteuren verstanden es hervorragend, mit viel Witz und Charme sowie in blindem Verständnis untereinander nicht nur die ihnen vom Publikum zugedachten Hauptpersonen überzeugend zu verkörpern, sondern im Verlaufe des Abends auch mühelose in weitere Rollen zu schlüpfen. An ihren spontanen witzigen und spritzigen Dialogen war auch zu erkennen, daß sie sich bereits im Vorfeld bestens mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Nieder- und Oberwalluf vertraut gemacht hatten, was besonders "gut bei den Einheimischen ankam, die sich mit den kleinen innerörtlichen "Befindlichkeiten" bestens auskennen. Nachdem die Spurensicherer zu der Erkenntnis gekommen war, daß "Silvia" nicht eines natürlichen Todes gestorben sondern erwürgt worden war, hatte die resolute Oberkommissarin sofort die Ermittlungen aufgenommen. Die hatte sie jedoch unterbrochen, damit die Zuschauer sich mit leckeren Köstlichkeiten und Wallufer Wein aus dem Zelt versorgen konnten. Keine neuen Erkenntnisse zum Mordfall hatte die anschließende Pressekonferenz erbracht. Dabei waren der Oberkommissarin viele bohrenden Fragen gestellt, die sie alle zwar schlagfertig beantwortete, die aber keine Hinweise auf den Täter lieferten. Darunter auch die Frage: "Warum hat die Feuerwehr den Brand mit Eimern gelöscht?".Erst nachdem Oberkommissarin Schmitt alle drei Verdächtigen mit ihren Theorien so richtig in die Mangel genommen hatte und dabei allen ein Motiv unterstellt hatte, konnte sie schlußendlich die Täterin ermitteln: Es war Marianne, die, wie sie immer wieder lispelnd betont hatte, daß sie gerne selber Weinkönigin geworden wäre.
Rheingau Echo Ausgabe 08/19/10

Vano Bamberger komponiert wenn andere schlafen
KONZERT Wallufer Sommer beginnt zehntes Jahr mit Sinti-Musik / Pro Saison vier Veranstaltungen / "Jede Veranstaltung hat ihren Charme"

WALLUF. Es gibt Sachen, die vergisst man einfach nicht. Beispielsweise die frei fliegenden Papageien aus Wiesbaden, die bei einem Besuch in Walluf eine Veranstaltung in der Ruine der Alten Johanniskirche mit ihrem lauten Geschrei störten. Suse Hoffmann-Kluge, Pressesprecherin der Kulturinitiative Alte Johanniskirche kann sich noch heute ganz genau daran erinnern. Vorsitzender Reiner Schulz denkt dagegen oft an jene Gäste, die mit ihrem Schiff in Walluf festmachten, plötzlich Musik hörten und dieser bis in die Ruine folgten. Dort verbrachten sie dann ganz spontan einen schönen Abend. Solche Anekdoten gehören dazu, wenn man auf zehn Jahre "Wallufer Sommer" zurückblickt.
Die Veranstaltungsreihe der Kulturinitiative begann 1999 mit einer Veranstaltung.
Bereits im Jahr 2000 waren es vier Veranstaltungen. So viele sind seitdem jeden Sommer geboten worden. Besondere kulturelle Höhepunkte waren für Schulz das Varieté vor einigen Jahren und die Auftritte des Wiesbadener Staatsballetts. "Charme hatte aber jede Veranstaltung", bilanziert Hoffmann-Kluge.
Das sehen andere offenbar genauso. Daher kann sich die Kulturinitiative über viele Stammgäste freuen. Im Publikum sitzen vor allem Wallufer. Dadurch ist auch das mäßige Parkplatzangebot an der Ruine kein Problem. Denn die Einheimischen können bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Um die Besucher und natürlich auch um die Künstler kümmern sich die ehrenamtlichen Helfer der Kulturinitiative. Insgesamt 50 Personen sorgen jeden Sommer für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen.
Versteht sich, dass im Jubiläumsjahr hochkarätige Künstler ein ungewöhnliches Programm präsentieren. Los ging es jetzt mit "Vano Bamberger und Band". Die fünfköpfige Gruppe präsentierte vor rund 160 Zuhörern Musik deutscher Sinti. Gespielt wurden vor allem eigene Kompositionen von Vano Bamberger. Ihm kommen vor allem beim Spazierengehen und im Bett viele Einfälle, die er dann am liebsten sofort ausarbeitet. "Ich sitze dann so lange daran, bis ich es habe", erzählt er. So verbrachte er schon so manche Nacht mit Komponieren statt mit Schlafen. Sinti-Musik ist für Bamberger das Leben. Seine Gruppe formierte sich erst 2008. Seitdem konnte sie schon auf vielen Veranstaltungen Erfolge feiern. Unter anderem war das Quintett auf Einladung der deutschen Botschaft in Afrika. Auf einem großen Festival spielten "Vano Bamberger und Band" dort vor Tausenden von Besuchern. Auch in Italien, der Schweiz und Österrreich trat die Gruppe, deren Musiker bis auf eine Ausnahme aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen, schon auf. Open Air-Konzerte bestritt die Band bereits viele.
Von der Atmosphäre an der Ruine der Alten Johanniskirche zeigte sich Bamberger begeistert. Lob zollte er außerdem dem Publikum, das bei den Liedern gut mitging. Bei der Veranstaltung hatten die Zuhörer Gelegenheit zur Begegnung mit den Künstlern, was für den "Wallufer Sommer" typisch ist.
Wiesbadener Kurier vom 07.07.2009, Kerstin Prosch, Original-Artikel mit Foto von RMB/Margielsky